Ich glaube jeder von uns hat schon einmal erlebt, dass das Wasser im Haus für ein paar Stunden abgestellt wird, weil irgendwelche baulichen Maßnahmen dies erforderlich machen.
Allerdings haben wir an diesem Wochenende zum ersten Mal die Erfahrung machen dürfen (naja, klingt ein wenig nach freiwillig, aber das war es eindeutig NICHT!), wie es ist, wenn gar nix mehr geht.
Doch zurück zum Anfang des Desasters: Freitag Abend, 22:30 h. Mein Mann geht ins Bett. Vorher werden natürlich die Zähne geputzt, ganz wie sich das gehört. Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles in Ordnung, das Wasser läuft freiwillig aus dem Hahn…
Da ich noch etwas am Rechner arbeiten muss, bleibe ich länger auf. Doch irgendwann drückt die Blase. Ich gehe -nichts Böses ahnend- zur Toilette und betätige abschließend den Spülknopf. Ein wenig Wasser fließt, es macht ein gurgelndes Geräusch und dann… gähnende Leere. Was ist das jetzt? Ich drehe am Hahn des Waschbeckens, ein paar letzte Tropfen winken mir hämisch zu, während sie sich auf große Reise begeben, und dann ist es still. Nix gurgelt, nix gluckert, einfach tot!
Am nächsten Morgen bemerkt auch mein Mann, dass da etwas im Argen liegt, aber er hat keine Zeit, die Arbeit ruft.
Also warte ich brav darauf, dass es 8 h wird. Jetzt kann man doch bestimmt bei der Störungsstelle anrufen.
Diese Idee hatten wohl schon einige Leute vor mir, denn die Bereitschaft weiß schon Bescheid. Ok, dann ist ja alles klar! Ein, zwei Stunden warten und das Wasser wird schon wieder fließen!
Nur komisch, dass sich dann immer noch nix tut. Ich meine OK, man kann Trinkwasser in Flaschen kaufen, aber alleine schon die Klospülung, die nicht funktioniert, macht mich wahnsinnig. Aber ein wenig einhalten geht schon noch…
Nachmittags ist noch immer alles tot. So langsam wird’s mir mulmig. Ich glaube, ich rufe mal bei der Störungsstelle an und frage, wie weit sie in der Zwischenzeit sind. Ich bin sicher, die können Entwarnung geben. Bis abends läuft das Wasser wieder.
Blöd, dass die das dort anders sehen! Sie haben hier in der Gegend nur einen Mann als Notbesatzung und das Leck befindet sich irgendwo im Nirgendwo, genauer gesagt auf einer Strecke von 5 km Leitung zwischen Weinsheim/Hermespand und dem Campingplatz. Das Leck wurde noch nicht lokalisiert, das kann weiter dauern. Ach du Sch… (die immer noch im Klo steht)…
Wie? Sie haben Tiere zu versorgen? Warum haben Sie das denn nicht schon heute Morgen gesagt? Wir schicken das THW mit Wasser vorbei! Kann aber etwas dauern, wir müssen noch einen größeren Bauernhof versorgen.
Und dann endlich! Gegen 19 h kommt das THW vorbei, einen Anhänger mit 1.500 l Trinkwasser im Schlepptau. Meine Güte, ich hätte niemals gedacht, dass man sich so über WASSER freuen kann. Die Jungs sind auf Zack und haben in Nullkommanix auch eine Leitung zur Mühle im Tal gelegt. Die wird auch aus dem Anhänger vor unserer Tür gespeist. Also nicht die Mühle, aber das dazugehörige Haus. Dessen Bewohnerin Hilde war schon vormittags da und wollte wissen, ob nur sie Probleme hätte. Nääääääääää…….
Mein Mann hat dann kurzentschlossen an den Trinkwassertank eine Behelfsdusche angeschlossen. Das Wasser war nur ein wenig kalt. Aber wir hatten ja Gott sei Dank sommerliche Temperaturen. Schweiß Ade….
Zum Kochen hatte ich sonntags dann trotz allem keine Lust. Nicht nur, dass man das Trinkwasser abkochen musste und es erst abkühlen sollte, bevor man es zum Kochen oder aber Zähneputzen benutzen konnte, ich hatte auch keine Lust, die ganze Spüle von Hand zu erledigen, inklusive vorheriger Erwärmung des Wassers auf dem Herd. Also beschlossen wir, essen zu gehen. Wir hatten uns das arabisch/persische Lokal im Ort ausgesucht. Ich hatte extra vorher angerufen und mir wurde gesagt, sie hätten sonntags geöffnet. Leider vergaß man, mir zu sagen, dass sie wegen einer Großbaustelle vor der Tür über Mittag geschlossen hätten. Genau zu der Zeit, als wir endlich so weit waren. Aber nun gut… Wenn’s schonmal schief läuft, dann wenigstens überall. So gleicht sich das wieder aus.
(gegessen haben wir dann übrigens auf dem Pfarrfest.)
Jedenfalls funktioniert “unser” Wasser seit heute Nachmittag (Montag) wieder einwandfrei. Der KNE (kommunale Netzwerke Eifel) sei Dank! Und natürlich dem THW, das uns und vor allem unsere Tiere vor dem Verdursten gerettet hat!
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Da kommt das rettende Wasser
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Ganz schön kompliziert, die Anlieferung
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Der Hänger wird abgekuppelt
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Das rettende Nass
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Sieht ein wenig nach Baustelle aus
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Die Zuleitung zur Mühle wird über den Hang gelegt
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Noch die passenden Anschlüsse suchen – Wasser Marsch!
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Danke an die freundlichen Helfer!
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Rätsel zum Schluss – wie viele Helfer waren es? ;)